Atelier für Biografiearbeiten

Dr. phil. Renate Blaser, Länggassstrasse 14, 3012 Bern - 5 Minuten zu Fuss vom HB (Welle)
Fachpsychologin für Kinder- und Jugendpsychologie FSP
Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
Sportpsychologin SASP

Telefon 079 720 59 79 - atelier@blaser-psychologie.ch

Die SORCK Methode in der Biografiearbeit



Ich arbeite mit Kindern und Erwachsenen in der Biografiearbeit nach dieser Methode. Eine Situation aus der Kindheit oder der Gegenwart wird in einem Bild dargestellt. Die zeichnerischen Fähigkeiten der Teilnehmenden spielen dabei keine Rolle, es können auch Strichmännchen dargestellt werden. Die gezeichnete Situation wird nach der Methode SORCK analysiert und reflektiert. Je nach Zielsetzung können danach entsprechende Schlussfolgerungen gezogen werden.

Ursprünglich stammt die Methode aus der Psychotherapie. Problemverhalten wird nach dem aus Lerntheorien abgeleiteten SORCK – Modell (Kanfer, F.H. & Saslow, G., 1965) betrachtet. Mit der so genannten „horizontalen Verhaltensanalyse“ werden Informationen gewonnen und analysiert. Aus der Analyse und Reflexion kann Problemverhalten besser erkannt und mit entsprechenden Massnahmen reduziert werden.

 

 

Kanfer, F.H. & Saslow, G. (1965): Behavioral analysis. Archive of Psychiatry. 12. 529-538.

 

 

 

Zur Methode „Verhaltensbilder – Analyse nach SORCK“ habe ich das Modell erst in der Biografie- und Teambildungsarbeit mit Studierenden an der FHNW weiterentwickelt. Unter dem Aspekt „Reflexion vom berufsspezifischen Kompetenzen“ wurde das Modell im Lehrplan der FHNW PH Solothurn folgendermassen beschrieben:

 

Die aus Lerntheorien abgeleitete SORCK-Methode erlaubt es, Reflexion mit Hilfe von Teilaspekten durchzuführen. SORCK steht für Stimulus (S), Organismusvariable (O), Reaktion (R), Konsequenzen (C) und Kontingenzen (K). Diese Teilaspekte werden dabei wie folgt in die Reflexion einbezogen:

 

Unter dem Aspekt des Stimulus (S) versteht man die subjektiv wahrgenommene Situation, die reflektiert werden soll.

 

Unter dem Aspekt der Organismusvariablen (O) versteht man Gedanken, Gefühle und körperliche Symptome, die in der zu reflektierenden Situation erlebt werden.

 

Der Aspekt der Reaktion (R) beschreibt das eigene Verhalten, das es zu reflektieren gilt. (R) kann eine motorische Reaktion sein (davon laufen), eine kognitive Reaktion (immer ich muss Strafaufgaben machen), eine emotionale Reaktion (Freude) oder eine physiologische Reaktion (Gänsehaut bekommen).

 

Unter dem Aspekt der Konsequenzen (C) werden die aufrechterhaltenden Faktoren von "R" beschrieben. Kurzfristig kann "R" Erleichterung, Zuwendung, Aufmerksamkeit u.a. bringen. Langfristig kann das Selbstvertrauen steigen, es können aber auch negative Konsequenzen auftreten wie z.B. Selbstzweifel u.a.m.

 

Unter dem Aspekt der Kontingenzen (K) wird die Häufigkeit zwischen Reaktionen und Konsequenzen beschrieben.

 

 

 

Ziel in der Biografiearbeit ist es, situationsübergreifende Zusammenhänge (Muster) des eigenen Verhaltens zu erkennen. Schwierigkeiten und Chancen dieser Muster werden analysieren. Eigene Stärken und Schwächen im Verhalten werden herausgearbeitet. Wenn nötig werden Hinweise gesucht, wie die ungünstigen Muster verändert werden könnten. Übergeordnetes Ziel ist es immer, das eigene Selbstwertgefühl und dadurch das Selbstvertrauen zu stärken.

 



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